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Texte: Esther Zadow
News
Vom 12. bis 15. Februar fand in der französischen Hauptstadt zum ersten Mal die Paris Cookbook Fair statt. Da wir leider dieses Jahr nicht dabei sein konnten, möchten wir allen „Food-Touristen“ den zusammenfassenden Bericht auf der Seite Valentinas Kochbuch empfehlen, siehe hier:
http://www.valentinas-kochbuch.de/index.php?article_id=398
Und 2011 sind wir dann selbst vor Ort und berichten exklusiv, versprochen!
Und noch ein Tipp für alle, die viel rumkommen:
Auf http://www.multikulinarisch.de/ finden Sie einen sorgfältig gepflegten und international ausgerichteten kulinarischen Kalender!
Trends
Apropos Paris – seit ungefähr einen Jahr können wir in
unserem Buchladen beobachten, dass die Nachfrage nach
deftiger und älterer französischer Küche stetig zunimmt.
Den Auftakt machten die Bücher von Stephane Reynaud, vor
allen Dingen „Schwein & Sohn“ (mittlerweile vergriffen)
und die „Pasteten und Terrinen“. Beide Titel trafen auch
in ihrer Aufmachung und Gestaltung den aktuellen Geschmack,
aber es scheint nach wie vor so zu sein, dass deftige
Küche – auch die deutsche Hausmannskost im Übrigen – auf
dem Vormarsch ist.
Wir empfehlen Vive la France!
(Christian Verlag, € 39,90) ebenfalls aus dem Hause Reynaud, ein wunderbares Kochbuch zum Schmökern, Schwelgen und Nachkochen!
„Da ist sie: die echte französische Küche. Nicht die Bling-Bling-Glitzer-küche, kein "an", kein "auf" - und erst recht kein Schäumchen und Sößchen...Es könnte ein ebensolcher Erfolg werden wie das mehrfach ausgezeichnete "Schwein & Sohn"."
Der Tagesspiegel
Wieder lieferbar und im Laden erhältlich:
DIE ECHTEN KÜCHEN von GU
Eine Klassiker-Reihe, die schon Anfang der 1990er-Jahre
Aufsehen erregte, etliche Preise gewann und bis heute für
ungebrochene Begeisterung bei den Lesern sorgt. Nachdem der
Topseller Die echte italienische Küche bereits seit 2007
wieder ins Programm aufgenommen wurde, dürfen sich nun auch
die Freunde der französischen und deutschen Regional-Küchen
freuen.
Alle Bücher dieser Reihe leben von einer gelungenen
Mischung aus praxiserprobten Rezepten, charmanter Gestaltung,
authentischer Fotografie und bemerkenswerten Reportagen.
Außerdem: Der
Nachfolgeband Die neue echte italienische Küche, in dem
220 neu entdeckte Rezepte auch für Italienkenner Überraschungen bieten.
Favoriten der Kochlust
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Autor: Karl und Rudi Obauer,
Titel: Hemmungslos kochen,
24 Wahrheiten über die gute Küche (Die kulinarische Harmonienlehre)
Knaur Verlag, € 32,90
„Es gibt Leute, die schwören, dass die Existenz Gottes durch die Harmonie von Kaffee und gebratener Sardine bewiesen ist.“
(José Saramago, in Hemmungslos kochen)
Alle paar Tage steckt man als Buchverkäuferin in echten Schwierigkeiten: nämlich immer dann, wenn Kunden einem freundlich lächelnd gegenüber stehen, deren Kochbuchregale bestens gefüllt sind, die viel können und wissen und eigentlich schon alles haben. Oder noch schlimmer – sie wollen Freunde dieser Kategorie beschenken und dementsprechend beeindrucken.
Und das ist dann der Moment, in dem die Gebrüder Obauer ins Spiel kommen. Sie kochen seit über 25 Jahren im Salzburger Land hochklassig und in aller Seelenruhe vor sich hin (http://www.obauer.com/de/home.html) und haben dem Kochlust-Team mit ihren Büchern schon oft aus der Klemme geholfen. Unser absoluter All-time-favourite ist „Hemmungslos kochen“ aus dem Jahr 2002. Ein wirklich fabelhaftes und kluges Kochbuch. Inspirierend. Denn im Restaurant „Obauer“ wird noch gekocht wie es der Tradition entspricht – mit großem handwerklichem Aufwand und umfassend. „Umfassend in dem Sinn, dass auch eigenes Brot gebacken und selbst eingekocht wird, dass gewurstet und geräuchert und gesurt wird. Die regionalen Produkte sind für die Küche natürlich von ganz besonderer Bedeutung. Als regionale Küche könnte man sie dennoch nicht bezeichnen. Denn das Wesen der guten Küche liegt für Karl und Rudi Obauer in der Unbegrenztheit des Spiels mit harmonischen Geschmacksverbindungen.“
Und diese Harmonienlehre bringt so wunderbare Rezepte zustande wie Seeteufel mit Orangeat, Kapern und Fenchel, Kalbfleischstrudel mit Feldsalatsauce oder Rehschlegel mit Mispeln und Brombeeren. Hierbei merkt man, dass für die Brüder Obauer besonders die Klarheit und Einfachheit der asiatischen Küche eine Inspirationsquelle ist, und sie sich auf ihren zahlreichen Reisen vorbehaltlos auf diverse Weltküchen eingelassen haben.
In 24 „Wahrheiten“ bringen sie ganz einfach, aber effektiv Geschmacksharmonien und Aromen zusammen und kreieren Gerichte, die man furchtlos nachkochen und variieren kann. Man sollte ja vorsichtig sein mit Superlativen, aber es wäre doch sehr schade, dieses Kochbuch nicht sein eigen zu nennen. |
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Autor: Bill Granger
Titel:Lust zu kochen?
Dorling Kinderley, München, 2010, geb., 239 Seiten mit 120 Farbfotos, € 19,95
Lust zu kochen? Zuhause?
Für alle?
Bill Granger produziert am laufenden Band Kochbücher. Und er ist ganz offensichtlich ein Familienmensch. Und kommt als einfühlsamer Hausmann rüber. Außerdem sieht er passabel aus, kocht gerne, liebt Frau und Kinder und ernährt sie ordentlich. Wir kennen ihn nicht persönlich, aber wenn das alles stimmt, was geschrieben steht, dann ist er die männliche Quadratur des Kreises.
Aber nun zum eigentlichen – Frühstückshits, Mittagssnacks, Kuchen&Kekse, Familienzeit, After-Work-Favoriten, Low-Budget-Küche, Zum Einfrieren, Kochen für Freunde und Süße Träume – so umfassend ist das Buch aufgebaut. Mr Granger steigt mit gesundem Müsli ein und hört mit Tarte Tatin und „Eistorte Tiramisu“ auf, dazwischen ist beinahe jede zu bekochende Gelegenheit aufgeführt und bearbeitet worden.
Gut sind auf jeden Fall die After-Work-Rezepte, denn wenn man am freien Wochenende ein wenig Zeit auf einen vorausschauenden Einkauf verwendet, kommt man mit diesen Anregungen gut durch die anstrengende Arbeitswoche. Beinahe alle Gerichte lassen sich aufwärmen oder können am nächsten Tag als Bürosnack mitgenommen werden, z.B. ein Brathähnchen-Curry oder gegrillte Schweinemedaillons.
Interessant ist ebenfalls die Abteilung „Zum Einfrieren“: hier findet man gute Hinweise wie man Kürbis-Canneloni, Ossobuco, Fleischbällchen für ein klassisches Spaghettigericht oder nostalgisches Curry richtig bevorratet.
Eine kleine kritische Bemerkung muss erlaubt sein: Köche wie Bill Granger (Australien) oder Jamie Oliver (England) gehen in ihren Büchern oft davon aus, dass die Hobbyköche allesamt in multikulturell organisierten Großstädten wohnen. Auch in „Lust zu kochen“ werden zahlreiche Gerichte mit Kreuzkümmel, Kurkuma oder Ras-el-Hanout zubereitet und da hilft der etwas lapidare Hinweis auf den Asialaden der „einfachen Landbevölkerung“ auch nicht wirklich weiter. Da würde man sich ein paar Hinweise wünschen – was kann durch was ersetzt werden usw. Andererseits dienen Kochbücher ja vor allem der Anregung und deswegen wollen wir mal nicht so sein.
Fazit: Ein Kochbuch für Großstädter - Anfänger und/oder bisherige Kochmuffel oder Familien, die noch genug Zeit und Energie haben ihren Alltag mit ein paar einfachen und trotzdem abwechslungsreichen Gerichten aufzupeppen. |
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Autor: Danyel Couet
Titel: Das Paris Kochbuch. Kulinarische Reise durch die Quartiere
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2009, € 24,90
Apart sieht das Buch aus, schickes Layout, das Fotomaterial von David Loftus liegt absolut im Trend, ein bisschen Faksimile hier und da, das perfekte Coffeetable-Buch. Und blickt man hinter die schöne Fassade, kommen interessante Rezepte und eine gute Buchidee zum Vorschein.
Danyel Couet ist in Paris aufgewachsen und nimmt uns Hobbyköche mit auf einen Spaziergang durch die Stadt seiner Kindheit. Monsieur Couet lebt mittlerweile hauptsächlich in Stockholm und leitet als Chefkoch das angesagte Sternerestaurant „F12“ (http://www.f12.se). Er war Gast im Hangar 7 (http://www.hangar-7.com/#special-pages/kulinarik/gastkoeche-2008/danyel-couet/) und ist auch sonst ordentlich in der Welt herumgekommen. Natürlich hat er die geschmacksnervenvererbende Großmutter vorzuweisen und selbstverständlich kann die irgendetwas besser als Bocuse und Haeberlin.
Aber zurück zur kulinarischen Weltreise durch die Pariser Quartiere. Wir starten im 18. Arrondissement im afrikanischen Viertel La Goutte d’Or und lernen Gerichte wie Pavé de bœuf Jollof kennen, ein gebratenes Lendensteak mit Tomate, Zimt und Chili. Weiter geht es ins arabische und jüdische Viertel, mit einem Abstecher zu Märkten und in typisch französische Bistros, das indische La Chapelle darf nicht fehlen und wir enden in „Klein-Asien“, in Le Treizième.
Wir glauben Couet seine aufrichtige Begeisterung für das „Pariser Universum, das alle Genüsse der Welt bereit hält“. Ein kleiner Kritikpunkt – manchmal geraten die Menschen und Köche, die er trifft, ein wenig zum schmückenden Beiwerk. Wenn er beispielsweise vom Tajine-Händler Aziz und seinen guten Ratschlägen schwärmt, dann würde man die auch gerne hören.
Dennoch – wer demnächst nach Paris fahren möchte findet hier so einiges, was dem Aufenthalt ein besonderes Aroma verleihen könnte. Und als kulinarische Anregung ist dieses Buch allemal sehr gelungen. |
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Autor: Mit Bildern von Kitty Kahane und Rezepten von Brit Hartmann
Titel:Kittys Berlin-Kochbuch
Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin 2009. € 19,95
Halten Sie sich senkrecht und guten Appetit!
„Also, haben Sie denn gar kein Kochbuch über die Berliner Küche? Gibt’s doch nicht!“ Gibt’s jetzt Gott sei Dank schon. Der kleine und feine Berliner Verlag Jacoby & Stuart hat mit Kittys Berlin-Kochbuch eine längst überfällige Lücke geschlossen. Und mit Kitty Kahane und Brit Hartmann haben sich zwei waschechte „Berliner Gören“ gefunden, die sich in der Hauptstadt hervorragend auskennen und mit viel Liebe und Humor die eine oder andere kulinarische Überraschung präsentieren.
Wir starten mit deftigen Frühstücksvorschlägen für Nachtschwärmer und Morgenmuffel, hangeln uns mit Hoppelpoppel und Kartoffelpuffern durch den Tag und tauchen ein ins Nachtleben – denn auch zwischen Mitternacht und Morgengrauen Zeit möchte der Berliner versorgt sein: mit Quarkzigarren und ordentlichen Leberwurstvariationen.
Die beiden Autorinnen haben so einiges an Rezepten, Tipps und Anekdoten zusammengetragen, garniert mit wunderschönen Illustrationen. Es ist nicht die Haute Cuisine, aber ein Lebensgefühl. Berlin und dieses Buch haben etwas Entscheidendes gemeinsam – es ist für jede und jeden was dabei. Man muss nur mit offenen Augen durch die Stadt gehen und schon wird aus der lautstark propagierten kulinarischen Einöde ein heimeliger und besonderer Ort. |
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Autor: Martin Suter
Titel: Der Koch
Diogenes Verlag, Zürich 2010, 320 Seiten, € 21,90.
Mit ausführlichem Rezeptteil im Anhang, bearbeitet und getestet von Heiko Antoniewicz.
Ayurveda, Molekulares, die Liebe im Allgemeinen und Besonderen und eine Menge Weltgeschehen…
Zugegeben, in diesem Roman kommt ein bisschen viel vor. Macht aber nichts. Wir in der Kochlust haben das Buch mit Genuss gelesen und möchten es Ihnen gerne Lektüre empfehlen.
»Ich glaube, ich kann nichts mehr essen.« »Konfekt kann man immer essen.« Er hatte recht. Der Lutscher schmeckte nach Lakritze, Pistazien und Honig, wie eine Jahrmarktsleckerei. Die Spargel aßen sich wie Gummibärchen und schmeckten intensiv – nach Spargel. Die Herzchen waren süß und scharf, dufteten nach einem indischen Markt und schmeckten – es fiel ihr kein besseres Wort ein – frivol.
Es geht um die Kochkunst, die Menschen ein Zuhause geben kann, um die Macht von Gewürzen, Gerichten und kulinarischen Traditionen. Und es ist ein Globalisierungsroman, in dem ein tamilischer Asylbewerber und Kochkünstler sein Glück in der Schweiz sucht. Und ganz nebenbei kommen auch noch der Bürgerkrieg in Sri Lanka und illegale Waffengeschäfte ins Spiel. Garniert mit Liebesgeschichten, erotischen Begehrlichkeiten und professionellen Verführungskünsten. Ach, ja und gemordet wird auch. Wie gesagt, der Roman hat fast barocke Ausmaße. Macht aber nichts. Lesen Sie los!
Wer Martin Suter zuhören möchte kann das im Übrigen ausführlich auf der Leipziger Buchmesse tun, die Termine finden Sie hier:
http://www.diogenes.ch/leser/autoren/a-z/s/suter_martin/biographie |
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